
Florian Bartholomäus, osapiens Expert | 8. September 2026 | Lesezeit 13 min.
Eine stehende Presse, ein fehlendes Ersatzteil und eine SAP-Meldung, die erst drei Schichten später erfasst wird: In der Automobilproduktion potenziert jede Minute Stillstand den Schaden durch die gesamte Lieferkette. Der osapiens HUB for Maintenance schließt genau diese Lücke mit mobiler Auftragserfassung, SAP-zertifizierter Integration und auditfähiger TPM-Dokumentation.




ENTERPRISE-READY
SAP Zertifizierung
ISO 27001
EU Hosting
Entra ID & Okta
Multi-Entity
Inhaltsverzeichnis
- Das Thema kurz und kompakt
- Was Automotive-Instandhaltung von CMMS verlangt
- IATF 16949: Was die Norm von Ihrem CMMS fordert
- Stillstandskosten in der Automobilproduktion
- SAP PM und CMMS: Ergänzung, keine Ablösung
- Experten-Tipp von osapiens
- Bewertungsraster: 7 Kriterien für Automotive-CMMS
- Vom Pilotwerk zum Multi-Site-Rollout
- CMMS-Software für die Automobilindustrie: Was zählt
- Häufige Fragen zu CMMS in der Automobilindustrie
Wer in der Automobilproduktion für Instandhaltung verantwortlich ist, kennt das Szenario: Eine Presse steht still, der zuständige Techniker sucht das Ersatzteil im Lager, während die SAP-Meldung noch niemand erfasst hat. Drei Schichten später ist der Vorfall dokumentiert, aber die tatsächliche Ursache ist längst in der Schichtübergabe verschwunden. Genau diese Kombination aus Medienbrüchen, fragmentiertem Ersatzteilmanagement und lückenhafter TPM-Dokumentation ist der Grund, warum Automobilzulieferer und OEMs heute gezielt nach einer Wartungssoftware suchen, die die spezifischen Anforderungen der Branche wirklich versteht. Dieser Artikel zeigt, welche Kriterien eine CMMS-Software für die Automobilindustrie erfüllen muss und warum die Antwort weit über eine Feature-Liste hinausgeht.
Das Thema kurz und kompakt
- Stillstandskosten als Haupthebel: Automobilwerke verlieren laut der Siemens-Studie „True Cost of Downtime 2022″ durchschnittlich 29 Stunden pro Monat durch ungeplante Stillstände bei Kosten von bis zu 2 Millionen € pro Stunde. Ein CMMS reduziert diese Kosten durch strukturierte präventive Wartung und schnellere Störungsbehebung nachweisbar.
- IATF 16949 als konkreter Handlungszwang: Abschnitt 8.5.1.5 der IATF 16949 fordert ein dokumentiertes TPM-System mit messbaren Zielen (OEE, MTBF, MTTR) als Input für die Managementbewertung. Ohne CMMS ist diese Anforderung in der Praxis kaum auditfähig zu erfüllen.
- SAP PM haben ist nicht dasselbe wie SAP PM nutzen: In den meisten Automobilwerken läuft SAP PM in der Arbeitsvorbereitung, während Techniker auf dem Shopfloor parallel auf Papier dokumentieren. Die Lösung ist kein neues Backend, sondern ein mobiles Frontend, das SAP PM sinnvoll ergänzt.
- Multi-Site-Rollout braucht eine Strategie: Wer CMMS in mehreren Werken einführt, sollte mit einem zentralen Template-Ansatz starten und dieses standortspezifisch anpassen. Der osapiens HUB for Maintenance unterstützt diesen Ansatz mit standortübergreifender Stammdatensynchronisation.
Was Automotive-Instandhaltung von CMMS verlangt
Die Automobilindustrie stellt an ein Maintenance Management System Anforderungen, die in keiner anderen Branche in dieser Kombination auftreten. Just-in-Time-Fertigung bedeutet, dass ein Stillstand von 30 Minuten nicht nur die eigene Linie betrifft, sondern Kaskadeneffekte durch die gesamte Lieferkette auslöst. Wer Tier-1- oder Tier-2-Zulieferer ist, weiß, dass ein OEM-Kunde eine Lieferverzögerung nicht kommentarlos hinnimmt.
Dazu kommt der Mehrschichtbetrieb: In einer 3-Schicht-Produktion ist die Schichtübergabe ein struktureller Schwachpunkt. Offene Störmeldungen, laufende Reparaturen, bereits bestellte aber noch nicht eingetroffene Ersatzteile, all das muss lückenlos von Schicht zu Schicht übergeben werden. In der Praxis passiert das heute oft per Zuruf oder auf einem handschriftlichen Zettel. Der Folgetechniker startet mit unvollständigen Informationen.
Hinzu kommt die Anlagenvielfalt: Presswerke, Roboterzellen im Karosseriebau, Lackieranlagen, Montagelinien und zunehmend auch Batteriemontageanlagen für E-Fahrzeuge haben jeweils eigene Wartungsanforderungen, Prüfintervalle und Qualifikationsanforderungen. Ein CMMS muss diese Heterogenität abbilden können, ohne für jeden Anlagentyp ein separates System zu erfordern.

Der osapiens HUB for Maintenance adressiert diese Anforderungen durch mobile Auftragserfassung direkt an der Anlage, digitale Schichtübergabeprotokolle und eine standortübergreifende Anlagenstruktur, die auch für Multi-Werk-Betriebe ausgelegt ist. Coca-Cola Nordamerika hat den osapiens HUB in 35 Werken mit 1.500 Nutzern ausgerollt, was zeigt, dass die Plattform auch unter Enterprise-Bedingungen skaliert.
IATF 16949: Was die Norm von Ihrem CMMS fordert
Abschnitt 8.5.1.5 der IATF 16949 ist der konkreteste normative Treiber für CMMS-Einführungen in der Automobilindustrie. Die Norm fordert nicht nur ein dokumentiertes TPM-System, sondern verlangt explizit messbare Instandhaltungsziele und deren Nachverfolgung. Als Beispiele nennt die Norm OEE (Overall Equipment Effectiveness), MTBF (Mean Time Between Failure) und MTTR (Mean Time To Repair).
Das bedeutet in der Praxis: Ein Unternehmen muss nicht nur Wartungen durchführen, sondern diese als Soll-Ist-Vergleich dokumentieren und als Input für die Managementbewertung bereitstellen. Wer bei einem IATF-Audit keine belastbaren Kennzahlen vorweisen kann, riskiert eine Abweichung. Und wer diese Kennzahlen aus Excel-Tabellen zusammensuchen muss, hat ein strukturelles Problem.
Autonome Instandhaltung als CMMS-Anforderung
Eine häufig unterschätzte Anforderung der IATF 16949 betrifft die autonome Instandhaltung als erste Säule des TPM-Ansatzes: Routinewartungsarbeiten wie Reinigung, Schmierung und Sichtprüfung sollen durch Maschinenbediener durchgeführt werden, nicht nur durch Instandhaltungstechniker. Das bedeutet, dass das CMMS nicht nur für spezialisierte Instandhalter bedienbar sein muss, sondern auch für Produktionsmitarbeiter, die einfache Checklisten abarbeiten. Wer hier auf komplexe SAP-Transaktionen setzt, wird scheitern.
Der osapiens HUB for Maintenance bildet diese autonome Instandhaltung über mobile Checklisten ab, die auch ohne SAP-Kenntnisse bedienbar sind. Das liefert sofort auditfähige TPM-Dokumentation und verbessert die IATF-Compliance ohne zusätzlichen Schulungsaufwand für Produktionsmitarbeiter. Mehr zum Thema autonome Instandhaltung und ihrer praktischen Umsetzung findet sich in der osapiens-Wissensbasis.
Die folgende Tabelle zeigt, welche IATF-16949-Anforderungen aus Abschnitt 8.5.1.5 welche konkreten CMMS-Funktionen erfordern:
| IATF-16949-Anforderung (Abschnitt 8.5.1.5) | Erforderliche CMMS-Funktion | Konsequenz ohne CMMS |
|---|---|---|
| Dokumentiertes TPM-System entwickeln und aufrechterhalten | Wartungsplanung mit revisionssicherer Dokumentation | Abweichung beim IATF-Audit |
| Messbare Instandhaltungsziele (OEE, MTBF, MTTR) | KPI-Dashboard mit Soll-Ist-Vergleich | Keine Datenbasis für Managementbewertung |
| Autonome Instandhaltung durch Maschinenbediener | Mobile Checklisten für Nicht-Instandhalter | Fehlende Dokumentation von Routinewartungen |
| Auditfähige Änderungsdokumentation | Unveränderlicher Audit Trail | Kein Nachweis bei Haftungsfragen |
| Vorbeugende Instandhaltung mit definierten Intervallen | Automatisch ausgelöste Wartungsaufträge nach Plan oder Zählerstand | Reaktive Instandhaltung statt strukturierter Prävention |
IATF 16949 auditfähig erfüllen – ohne parallele Papierprozesse
Sehen Sie, wie der osapiens HUB for Maintenance TPM-Dokumentation, OEE und MTTR direkt aus dem Shopfloor-Betrieb erzeugt. In einer Live-Demo zeigen wir Ihnen, wie das in Ihrer SAP-Umgebung konkret aussieht.
Stillstandskosten in der Automobilproduktion
Die Siemens-Studie „True Cost of Downtime 2022″ beziffert die Stillstandskosten in der Automobilbranche auf bis zu 2 Millionen € pro Stunde. Das sind 50 % mehr als noch 2019. Automobilwerke verlieren dabei durchschnittlich 29 Stunden pro Monat durch ungeplante Stillstände. Für OEMs ergibt das eine monatliche Belastung, die schnell in die Millionen geht.
Für mittelständische Automobilzulieferer sind die absoluten Zahlen kleiner, aber der relative Schaden ist oft genauso spürbar. Das folgende Rechenbeispiel zeigt, was auf dem Spiel steht:
- Ungeplante Stillstände: 20 Stunden pro Monat (konservativ, unter dem Branchendurchschnitt)
- Stillstandskosten: 15.000 € pro Stunde (konservativ für Tier-2-Zulieferer)
- Monatliche Stillstandskosten: 300.000 €
- Jährliche Stillstandskosten: 3,6 Millionen €
Annahme: Durch strukturierte präventive Wartung und verbessertes Ersatzteilmanagement werden ungeplante Stillstände um 15 % reduziert (konservative Annahme). Das entspricht einer Einsparung von 45.000 € pro Monat, also 540.000 € pro Jahr. Selbst bei dieser konservativen Rechnung übersteigt die jährliche Einsparung die Kosten einer CMMS-Einführung deutlich. Die tatsächlichen Stillstandskosten pro Stunde variieren stark nach Unternehmensgröße, Produktionsvolumen und Branchensegment und sollten für den konkreten Anwendungsfall individuell berechnet werden. Eine Orientierung bietet der osapiens-Rechner zu Instandhaltungskosten.
Laut einer Studie von ABB (durchgeführt von Sapio Research, 2023) haben 67 % der deutschen Industriebetriebe mindestens einmal pro Monat ungeplante Stillstände, und 21 % setzen noch immer ausschließlich auf reaktive Instandhaltung. In der Automobilindustrie, wo JIT-Abhängigkeiten jeden Ausfall potenzieren, ist das ein strukturelles Risiko.
SAP PM und CMMS: Ergänzung, keine Ablösung
Der häufigste Einwand in Automobilunternehmen lautet: „Wir haben SAP PM, warum brauchen wir noch ein weiteres Tool?“ Die Antwort liegt in der Unterscheidung zwischen dem Vorhandensein eines Systems und seiner tatsächlichen Nutzung auf dem Shopfloor.
SAP PM ist ein leistungsfähiges Backend-System für die Arbeitsvorbereitung, Kostenstellenzuordnung und Anlagenhistorie. Die Eingabe eines Instandhaltungsauftrags über die Transaktion IW21 erfordert jedoch mehrere Pflichtfelder, SAP-Login und Desktop-Zugang. Techniker, die unter Zeitdruck eine Störung beheben, umgehen diesen Prozess. Sie dokumentieren auf Papier, per WhatsApp oder gar nicht. Die Rückmeldung in SAP erfolgt später, unvollständig oder durch Dritte. Das Ergebnis: unzuverlässige KPIs und lückenhafte Anlagenhistorien, genau das Gegenteil von dem, was die IATF 16949 fordert.

Der osapiens HUB for Maintenance löst dieses Problem durch eine SAP-zertifizierte Integration, die SAP PM als Datenbasis nutzt und gleichzeitig eine mobile, intuitive Oberfläche für Techniker bereitstellt. Störmeldungen werden direkt an der Anlage per Smartphone erfasst, Aufträge werden über die Plantafel disponiert, und alle Rückmeldungen fließen bidirektional zurück in SAP. Techniker brauchen keinen SAP-Login und keine Kenntnisse der SAP-Transaktionscodes. Die Implementierung mit SAP-Integration dauert typischerweise 4–12 Wochen, deutlich kürzer als klassische Enterprise-Plattformen. Wer eine SAP S/4HANA-Migration plant, findet darin ein natürliches Projektfenster für die gleichzeitige Einführung einer modernen Instandhaltungslösung.
Für Unternehmen ohne SAP oder im Mittelstand, die zunächst standalone starten wollen, ist der osapiens HUB innerhalb von 1–3 Wochen einsatzbereit. Die mobile Instandhaltung funktioniert in beiden Szenarien vollständig, auch offline direkt am Shopfloor.
Experten-Tipp von osapiens
In der Automobilindustrie liegt die häufigste Ursache für verlängerte MTTR nicht im fehlenden Fachwissen der Techniker, sondern im fehlenden Ersatzteil zum richtigen Zeitpunkt. Wer Wartungspläne direkt mit dem Teilebedarf verknüpft und Mindestmengenalarme konsequent nutzt, verhindert, dass eine planbare Wartung zum ungeplanten Stillstand wird. Besonders im Multi-Werk-Betrieb lohnt es sich, standortübergreifende Bestandstransparenz vor dem nächsten IATF-Audit herzustellen.
Florian Bartholomäus, osapiens Experte

Bewertungsraster: 7 Kriterien für Automotive-CMMS
Wer CMMS-Software für die Automobilindustrie evaluiert, sollte nicht mit einer generischen Feature-Liste arbeiten, sondern mit einem Anforderungsraster, das aus den branchenspezifischen Gegebenheiten abgeleitet ist. Die folgende Tabelle zeigt die sieben entscheidenden Kriterien, geordnet nach ihrer Relevanz für typische Automobilunternehmen:
| Kriterium | Warum relevant in der Automobilindustrie | Mindestanforderung |
|---|---|---|
| IATF-16949-Auditfähigkeit | Abschnitt 8.5.1.5 fordert dokumentiertes TPM mit OEE, MTBF, MTTR als Soll-Ist-Vergleich | Unveränderlicher Audit Trail, KPI-Dashboard mit Zielwerten |
| Mobile-First für den Shopfloor | Techniker bewegen sich zwischen Roboterzellen, Pressen und Montagebändern; Desktop-Zugang ist unpraktisch | Native App mit Offline-Fähigkeit, keine SAP-Kenntnisse erforderlich |
| SAP-Integration | Automobilindustrie hat hohe SAP-Durchdringung; Stammdaten müssen bidirektional synchronisiert werden | SAP-zertifizierte Integration, bidirektionale Datensynchronisation |
| Ersatzteilmanagement | Fehlende Teile verlängern MTTR dramatisch; JIT-Kontext duldet keine Suchzeiten im Lager | Digitale Bestandsführung mit Mindestmengenalarm und Reservierungsfunktion |
| Multi-Site-Fähigkeit | OEMs und Tier-1-Zulieferer betreiben mehrere Werke; Stammdaten müssen standortübergreifend konsistent sein | Zentrales Template mit standortspezifischer Anpassung, gemeinsame KPI-Übersicht |
| Schichtübergabe-Dokumentation | 3-Schicht-Betrieb ist Standard; Informationsverlust bei Schichtwechsel ist ein strukturelles Risiko | Digitale Übergabeprotokolle mit Status offener Aufträge und Störmeldungen |
| Implementierungsgeschwindigkeit | Automotive-Unternehmen können keine monatelangen IT-Projekte riskieren | Standalone 1–3 Wochen, mit SAP-Integration 4–12 Wochen |
Ein ergänzender Instandhaltungssoftware-Vergleich mit weiteren allgemeinen Auswahlkriterien findet sich in der osapiens-Wissensbasis.
Segment-spezifische Anforderungen: OEM bis Tier-3
Nicht jedes Automobilunternehmen hat dieselben Prioritäten. Die folgende Übersicht zeigt, welche Anforderungen je nach Unternehmenssegment im Vordergrund stehen:
| Segment | Typisches Profil | CMMS-Priorität | Häufige Ausgangssituation |
|---|---|---|---|
| OEM / Tier-1 | 1.000+ Mitarbeiter, SAP-Landschaft, Multi-Site, IATF-zertifiziert | SAP-Integration, Mobile-Frontend, Multi-Site-Rollout | SAP PM vorhanden, aber geringe Shopfloor-Akzeptanz; parallele Papierprozesse |
| Tier-2 Zulieferer | 200–1.000 Mitarbeiter, teilweise SAP, IATF-pflichtig | Auditfähigkeit, Ersatzteilmanagement, Schichtübergabe | Excel oder veraltetes CMMS; IATF-Audit rückt näher |
| Tier-3 / Spezialist | 50–200 Mitarbeiter, kein SAP, IATF-Anforderung durch OEM-Kunden | Schnelle Implementierung, einfache Bedienbarkeit, Audit-Trail | Kein CMMS; OEM fordert Nachweis eines dokumentierten TPM-Systems |
| E-Mobility Newcomer | Batteriefertiger, E-Antriebshersteller, Greenfield-Werke | Skalierbarkeit, neue Anlagentypen abbilden, keine historischen Daten | Neue Anlagen ohne Wartungshistorie; Wartungsroutinen müssen von Grund auf aufgebaut werden |
Vom Pilotwerk zum Multi-Site-Rollout
Die größte Fehlinvestition bei CMMS-Einführungen in der Automobilindustrie ist der Versuch, alle Werke gleichzeitig umzustellen. Digitale Vorreiter in der Automobilindustrie setzen laut einer Analyse des Industrieanzeigers auf ein Hub-and-Spoke-Modell: Ein zentrales Template wird entwickelt, das die Kernprozesse und Stammdatenstrukturen definiert, und anschließend standortspezifisch angepasst. Doppelarbeiten an unterschiedlichen Standorten werden so vermieden.
Für CMMS-Rollouts bedeutet das konkret: Pilotierung in einem Werk oder einer Produktionslinie, Validierung der Prozesse und Stammdatenqualität, dann schrittweiser Rollout auf weitere Standorte. Die Stammdatenqualität ist dabei der entscheidende Faktor. Ein CMMS ist nur so gut wie die Anlagenstruktur, Stücklisten und Wartungspläne, die darin gepflegt sind. Investitionen in Stammdatenpflege zu Beginn zahlen sich mehrfach aus.
Ersatzteilmanagement über mehrere Werke
Im Multi-Werk-Betrieb ist das Ersatzteilmanagement eine eigenständige Herausforderung. Kritische Ersatzteile für hochautomatisierte Produktionslinien sind teuer, und Überbestände binden Kapital. Fehlbestände verlängern die MTTR und verursachen genau die ungeplanten Stillstände, die das CMMS verhindern soll. Ohne digitale Bestandsführung mit standortübergreifender Transparenz entsteht das klassische Dilemma: ein Werk hat das Teil auf Lager, das andere sucht es beim Lieferanten.
Der osapiens HUB for Maintenance bildet das Ersatzteilmanagement mit digitaler Bestandsführung, Mindestmengenalarmen und Reservierungsfunktionen ab. Wartungspläne sind direkt mit dem Teilebedarf verknüpft, sodass kritische Ersatzteile rechtzeitig vor einer geplanten Wartung bereitgestellt werden können, bevor der Stillstand entsteht.

Wer tiefer in die Logik des Ersatzteilmanagements einsteigen möchte, findet in der Betriebsmittelverwaltung einen ergänzenden Ansatz für die Verwaltung von Werkzeugen und Verbrauchsmaterial, der häufig parallel zum Ersatzteilmanagement aufgesetzt wird.
CMMS-Software für die Automobilindustrie: Was zählt
Die Automobilindustrie hat die höchsten Stillstandskosten aller Industriebranchen, den stärksten normativen Druck durch die IATF 16949 und gleichzeitig die komplexesten IT-Landschaften mit SAP als dominierendem Backend. Ein CMMS, das in diesem Umfeld wirklich funktioniert, muss drei Dinge gleichzeitig leisten: auditfähige TPM-Dokumentation liefern, auf dem Shopfloor von Technikern ohne SAP-Kenntnisse genutzt werden, und nahtlos in bestehende SAP-PM-Landschaften integrieren.
Der Fachkräftemangel in der Branche verschärft die Anforderungen zusätzlich. Laut einer Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) waren im ersten Halbjahr 2026 nur noch rund 691.500 Menschen in der deutschen Automobilindustrie beschäftigt, der niedrigste Stand seit 2005 und ein Rückgang von 17 % gegenüber dem Höchststand 2018. Wenn erfahrene Instandhalter das Unternehmen verlassen, muss ihr Anlagenwissen im CMMS gesichert sein, nicht in ihren Köpfen. Wer heute noch auf Papier und Excel setzt, verliert bei jedem Personalwechsel wertvolles Wissen unwiederbringlich.
Die Einführung einer Wartungsprotokoll-App ist dabei oft der erste sichtbare Schritt, der sofort IATF-relevante Dokumentation liefert und die Akzeptanz im Team aufbaut. Der osapiens HUB for Maintenance verbindet diesen operativen Einstieg mit der strategischen Tiefe, die Enterprise-Automobilunternehmen für einen nachhaltigen Multi-Site-Rollout brauchen.
Ungeplante Stillstände reduzieren – vom Pilotwerk bis zum Multi-Site-Rollout
Wir zeigen Ihnen, wie Automobilzulieferer und OEMs den osapiens HUB for Maintenance in 1–12 Wochen einführen und standortübergreifend skalieren. Bringen Sie Ihre konkrete Ausgangssituation mit.
Häufige Fragen zu CMMS in der Automobilindustrie
Was fordert die IATF 16949 konkret von einem CMMS?
Abschnitt 8.5.1.5 der IATF 16949 verlangt ein dokumentiertes TPM-System mit messbaren Instandhaltungszielen. Als Kennzahlen nennt die Norm explizit OEE, MTBF und MTTR. Diese müssen als Soll-Ist-Vergleich dokumentiert und als Input für die Managementbewertung bereitgestellt werden. Ein CMMS, das diese Kennzahlen automatisch aus den erfassten Auftrags- und Störungsdaten berechnet und auditfähig dokumentiert, ist damit keine Komfortlösung, sondern eine normative Anforderung.
Ersetzt ein CMMS unser bestehendes SAP PM?
Nein. Ein modernes CMMS ergänzt SAP PM, indem es eine mobile, benutzerfreundliche Schicht für den Shopfloor bereitstellt, während SAP PM als Backend für Kostenstellen, Materialwirtschaft und Anlagenhistorie weiterläuft. Die bidirektionale Integration stellt sicher, dass alle Daten synchronisiert bleiben, ohne dass Techniker SAP-Kenntnisse benötigen.
Wie lange dauert die CMMS-Einführung in einem Automobilwerk?
Eine Standalone-Einführung ohne SAP-Integration ist typischerweise in 1–3 Wochen einsatzbereit. Mit SAP-Integration dauert die Implementierung 4–12 Wochen, abhängig von der Komplexität der SAP-Landschaft und der Qualität der vorhandenen Stammdaten. Das ist deutlich kürzer als klassische Enterprise-Projekte, weil kein dediziertes IT-Projektteam erforderlich ist.
Was ist autonome Instandhaltung im Kontext der IATF 16949?
Autonome Instandhaltung ist die erste Säule des TPM-Ansatzes und bezeichnet Routinewartungsarbeiten wie Reinigung, Schmierung und Sichtprüfungen, die durch Maschinenbediener durchgeführt werden, nicht durch Instandhaltungstechniker. Die IATF 16949 fordert diese Praxis als Teil des dokumentierten TPM-Systems. Ein CMMS muss daher auch für Nicht-Instandhalter bedienbar sein, mit einfachen mobilen Checklisten, die keine SAP-Kenntnisse voraussetzen.
Wie funktioniert ein CMMS-Rollout über mehrere Werke?
Bewährt hat sich ein Hub-and-Spoke-Ansatz: Ein zentrales Template mit Kernprozessen, Anlagenstrukturen und Stammdaten wird in einem Pilotwerk entwickelt und validiert. Anschließend wird dieses Template auf weitere Standorte ausgerollt und dort standortspezifisch angepasst. Dieser Ansatz vermeidet Doppelarbeiten, sichert Konsistenz in der Datenbasis und erlaubt standortübergreifende KPI-Vergleiche.
Was kostet ein ungeplanter Stillstand in der Automobilindustrie?
Laut der Siemens-Studie „True Cost of Downtime 2022″ entstehen in der Automobilbranche Stillstandskosten von bis zu 2 Millionen € pro Stunde. Für mittelständische Automobilzulieferer liegen die Kosten deutlich niedriger, aber auch bei 15.000 € pro Stunde und 20 ungeplanten Ausfallstunden pro Monat ergibt sich eine jährliche Belastung von 3,6 Millionen €. Eine Reduktion um 15 % durch strukturierte präventive Wartung entspricht einer Einsparung von 540.000 € pro Jahr.
osapiens HUB for Maintenance
ENTERPRISE CAPABILITIES
- SAP ECC & S/4HANA zertifiziert
- Infor & MS Dynamics
- Microsoft Entra ID / Okta
- ISO 27001 & 9001
- EU-Cloud · Datensouveränität
- Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebung
- Multi-Entity & Multi-Site
- Power BI Integration
- Audit Trail & Compliance